#23 KI Euphorie - Nvidia überzeugt erneut
Shownotes
In dieser Folge von „Finanzgefragt.“ sprechen Janine und Thomas Rößler über die Entwicklung der Kapitalmärkte im August und die Frage, ob die Euphorie rund um künstliche Intelligenz die Börsen weiter antreiben kann.
Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Zahlen von Nvidia, die Bedeutung des Unternehmens für den KI-Sektor und die Frage, welche Bereiche künftig vom weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren könnten. Außerdem geht es um die US-Arbeitsmarktdaten und Zinserwartungen, die Entwicklung von Gold und Bitcoin sowie den Ausblick auf die kommenden Monate an den Kapitalmärkten.
Themen der Folge
00:00 – Begrüßung und Rückkehr aus der Sommerpause 01:10 – Rückblick: So haben sich die Börsen im August entwickelt 02:02 – Ölpreis, Straße von Hormus und die Reaktion der Märkte 02:54 – KI-Euphorie treibt DAX, Euro Stoxx und S&P 500 03:52 – Nvidia liefert: Einordnung der aktuellen Quartalszahlen 04:36 – Warum Nvidia für den gesamten KI-Sektor so wichtig ist 05:39 – Chips, Speicher, Rechenzentren und Energie: Wer profitiert als Nächstes vom KI-Boom? 07:04 – US-Arbeitsmarkt, Inflation und die Erwartungen an die Zinsen 08:03 – Gold und Bitcoin wieder im Aufwind 09:21 – Kryptowährungen und die Anlagestrategie von Mademann & Kollegen 10:09 – Gold: Renditebringer oder Stabilitätsfaktor? 11:05 – Ausblick auf die letzten Monate des Börsenjahres 11:42 – Kommt eine Jahresendrallye? 12:10 – Ausblick auf die Midtermwahlen 12:36 – Rechtliche Hinweise und Outro
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Finanz gefragt – Folge 23
KI-Euphorie: Nvidia überzeugt erneut
00:02 – Intro
Janine:Willkommen bei „Finanz gefragt“, dem Podcast von Mademann und Kollegen. Hier nehmen wir Finanzthemen und Kapitalmärkte unter die Lupe.
Herzlich willkommen zu einer brandneuen Folge „Finanz gefragt“, frisch aus den Sommerferien. Es ist quasi die erste Folge nach den etwas ruhigeren Monaten an der Börse.
Ich spreche heute wieder mit meinem Kollegen Thomas Rößler, der, wie ich sehe, ein bisschen braun gebrannter ist als sonst, wenn er aus dem Urlaub kommt. Thomas, was hast du gemacht?
Thomas:Hallo Janine. In der Tat bin ich für meine Verhältnisse sogar richtig braun. Ich habe einfach viel Sonne gesehen, aber es nicht übertrieben. Sonst wird das bei mir mit meinem südländischen Teint doch relativ schnell krebsrot – und das ist ja nicht so gesund.
Janine:Für alle, die uns jetzt nicht sehen können: Für mich bist du immer noch verhältnismäßig weiß im Vergleich zu meiner Farbe. Aber nun gut, ich habe auch eher die Tennisplatzbräune.
Schön, dass du wieder aus dem Urlaub zurückgekommen bist, und ich hoffe, du hast dich gut erholt.
Thomas:Definitiv.
Was ist im August an den Börsen passiert?
01:10 – Janine:Ganz so viel, muss man ja sagen, hast du an den Börsen jetzt auch nicht verpasst. Wie üblich in den Sommermonaten war es doch eher etwas ruhiger. Die Märkte sind dennoch ganz gut gelaufen, auch wenn es anfänglich ein bisschen ruhiger ausgesehen hat.
Gib unseren Zuhörern doch trotzdem einmal einen kurzen Abriss davon, wie sich die Märkte entwickelt haben, vielleicht auch mit Blick auf die einzelnen Indizes und darauf, was unsere Zuhörer während der Sommermonate an den Börsen verpasst haben.
Thomas:Sehr gerne. Letztendlich sind wir im August gestartet und da ist es noch einmal ein bisschen nach oben geklettert – so ein bisschen als Auslauf der letzten Quartalszahlen, die wir gesehen hatten und die, wie beim letzten Mal berichtet, auch in der Breite wirklich durchaus positiv waren. Danach ist es dann ein bisschen abgeflacht.
Anfang August wurde darüber gesprochen, ob man zwischen dem Iran und dem Oman eventuell einen gemeinsamen Seekorridor für die Straße von Hormus findet. Das hatte natürlich Auswirkungen auf den Ölpreis, der gefallen ist. Das hat die Börse wiederum ein bisschen beflügelt.
Das ist ein bisschen wie „Täglich grüßt das Murmeltier“: Wenn dort etwas Ruhe oder Entspannung hineinkommt, wird das an den Märkten positiv aufgenommen.
Janine:Wenn ich mein Auto tanken gehe, ist da gar nichts runtergegangen. Eine Auswirkung der fallenden Preise habe ich da nicht feststellen können.
Thomas:Seit dem 1. Juli ist ja der Tankrabatt weggefallen und seitdem langen sie wieder ordentlich zu. Ich tanke Strom, dann lässt sich das besser verkraften.
KI-Euphorie treibt DAX, Euro Stoxx und S&P 500
Thomas:Hinzu kam, dass wieder ein bisschen Euphorie im KI-Bereich unterwegs war. Das hat einige Indizes – DAX, Euro Stoxx und S&P 500 – letztendlich auf neue Höchstkurse geschoben.
Danach hatten wir eine Seitwärtsbewegung und einen dünnen Handel, was klassisch für diesen Monat ist. Glücklicherweise gab es kaum Nachrichten.
Janine:Davon wird es den Rest des Jahres wahrscheinlich noch genug geben.
Thomas:Genau. Ich denke, auch da werden wir in den letzten Monaten nicht enttäuscht werden.
Das war eigentlich die Vorbereitung auf das Thema, auf das wir gleich noch etwas genauer eingehen: die Zahlen von Nvidia. Das war für alle noch einmal spannend. Man hat schon seit der vergangenen Woche gemerkt, dass der Handel etwas dünner wurde. Alle haben abgewartet: In welche Richtung geht es?
Nvidia übertrifft die Erwartungen
03:52 – Janine:Dann steigen wir doch direkt ein: In welche Richtung ist es denn gegangen?
Thomas:Sie haben geliefert. Sie haben wieder mehr geliefert als wirklich erwartet.
Ich hatte heute Morgen noch einen Artikel gelesen. Es wurde darüber getuschelt, dass 90 oder 92 Milliarden der Konsens für das Quartal seien. Dann hieß es vielleicht 95 oder 97 – am langen Ende waren es über 100 Milliarden. Also Wahnsinnszahlen.
Wir wollen jetzt hier nicht alles bis ins Kleinste durchgehen. Nvidia bringt im Zwei-Jahres-Rhythmus neue Chip-Generationen heraus und auch die sind schon sehr gut angelaufen. Sie sind nach wie vor gefragt.
Janine:Das hat wahrscheinlich auch indirekte Auswirkungen auf andere Unternehmen, die ebenfalls ein Stück weit davon profitieren, wenn Nvidia gut läuft.
Thomas:Richtig. Das beruhigt die Gemüter bei der Frage: Ist es jetzt doch schon vorbei oder nicht?
Salopp formuliert kann man sagen: Es ist nach wie vor der heißeste Scheiß, den es in diesem Bereich gibt.
Man merkt es auch daran, dass Nvidia in vielen ETFs und Fonds enthalten ist. Ein Grund dafür, warum immer so extrem auf das Unternehmen geschaut wird, ist schlicht, dass Nvidia dort letztendlich der Größte ist.
Welche Bereiche profitieren als Nächstes vom KI-Boom?
Janine:Es ist nun einmal auch ein Thema, das in den vergangenen Jahren deutlich populärer geworden ist. Das merkt man selbst dann, wenn ich mein Geld nicht anlege, sondern mich einfach in meinem alltäglichen Leben mit verschiedenen Themen auseinandersetze. An KI komme ich heutzutage kaum noch vorbei.
Ich glaube, das ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum so viele Augen auf dieses Thema gerichtet sind.
Thomas:Und es werden immer wieder neue Bereiche hinzukommen. Am Anfang waren es vor allem die Chips. Jetzt haben wir seit Jahresanfang und ganz extrem seit April einen Run auf die Speichermedien erlebt. Das hatten wir beim letzten Mal bereits angesprochen.
Mal schauen, wo der nächste ganz extreme Hype entsteht. Natürlich sind da die ganzen Rechenzentren, die gebaut werden müssen. Die werden immer wichtiger. Das alles braucht Energie – und davon ist immer noch nicht genug vorhanden.
Unternehmen aus diesem Bereich sind ebenfalls gut gestiegen. Aber diese extremen Entwicklungen von 200, 300 oder 400 Prozent in relativ kurzer Zeit, die man zum Teil bei Unternehmen gesehen hat – da lässt sich noch nicht so leicht herauskristallisieren, wer es letztendlich sein wird.
Wir können aber festhalten: Nvidia hat geliefert und das hat die Märkte zunächst einmal beruhigt.
Wir sind jetzt ein paar Stunden nach den Zahlen. Nvidia war eben vorbörslich ungefähr fünf Prozent im Plus. Wir hatten gestern kurz gesprochen und ich hatte als eigene Range acht bis zehn Prozent genannt. Mal schauen, was noch passiert, wenn die USA wirklich öffnet.
Janine:Wenn das immer so einfach wäre, könnte man auch fast Lotto spielen.
Thomas:Oder Kaffeesatz lesen.
Janine:Oder Karten lesen. Wir finden da eine Lösung. Sonst könnten wir wiederum die KI fragen, was ihr noch so einfällt.
US-Arbeitsmarkt und die Frage nach den Zinsen
07:04 – Thomas:Aber es hat auf jeden Fall geholfen. Was steht jetzt noch an?
Wir haben noch Jackson Hole, wo die Notenbanker zusammenkommen. Durch die Energiekosten ist das Thema Inflation in den vergangenen Wochen wieder etwas stärker aufgekommen. In den USA hat man sich bei den Zinsschritten bislang noch nicht bewegt.
Wir haben ja immer diese umgekehrte Logik: Schlechte Nachrichten für die Wirtschaft können bezüglich der Zinsen wiederum gute Nachrichten für die Börse sein.
Die US-Arbeitsmarktdaten waren schlechter und das hat ein bisschen mehr Ruhe hineingebracht. Zum Teil war bereits eingepreist, dass es eine Zinserhöhung gibt. Durch die schlechten Daten ist das jetzt erst einmal wieder in die Ferne gerückt.
Aber auch da muss man weiter schauen, was letztendlich passiert.
Gold und Bitcoin wieder im Aufwind
08:03 – Janine:Dann haben wir noch Gold. Wir wollen das Thema heute natürlich auch nicht künstlich in die Länge ziehen. Wenn es nicht so viel zu berichten gibt, müssen wir uns nichts an den Haaren herbeiziehen.
Aber Gold und auch die Entwicklung des Bitcoin habe ich für heute noch auf meiner Agenda stehen. Gerade beim Bitcoin hatten wir in den vergangenen Monaten eine relativ starke Bewegung auch einmal in die andere Richtung. In den letzten Tagen hat sich dort wieder etwas getan.
Auch der Goldpreis stabilisiert sich wieder und zeigt eher einen Aufwärtstrend als einen Trend nach unten. Womit begründest du das?
Thomas:Zu Gold kann ich etwas sagen. Bitcoin ist immer schwierig.
Es gab ein paar positive Äußerungen oder Entscheidungen aus den USA und Erleichterungen wurden befürwortet. Das hat den Bitcoin wieder getrieben. Aber ob das jetzt der Hauptanlass war oder ob andere Zusammenhänge dahinterstehen, finde ich nach wie vor schwierig.
Janine:Das ist für mich weiterhin ein Mysterium.
Thomas:Das bleibt wirklich schwer. Andersherum ist es genauso wenig leicht nachzuvollziehen, warum der Bitcoin auf einmal zehn oder 20 Prozent verliert.
Janine:Vielleicht ist das auch noch einmal eine gute Erklärung dafür, warum Bitcoin nicht Teil unserer klassischen Anlagestrategie ist und wir nicht über entsprechende Wallets in diese Assets investieren. Es ist ein Markt, den man vielleicht nicht immer versteht und der zum Teil auch immer noch nicht reguliert ist.
Thomas:Zumindest machen wir es nur auf Wertpapierbasis und in direkter Absprache mit den Kunden.
Wir haben eine Individualvermögensverwaltung, in der man solche Themen bespricht. Wir merken immer wieder: Sei es bei Kryptowährungen oder bei Rüstung – die Einstellungen dazu unterscheiden sich. Manche sagen: Ja, das möchte ich. Manche sagen Nein. Und andere sagen direkt: Lassen Sie mich damit komplett in Ruhe.
Gold als Stabilitätsfaktor
10:09 – Thomas:Gold nehmen wir noch kurz mit. Der Goldpreis ist gut 15 Prozent gestiegen. Notenbanken haben wohl wieder etwas mehr gekauft, hinzu kommt ein etwas schwächerer Dollar.
Außerdem hilft natürlich die Kombination, wenn die Zinsen nicht steigen. Gold ist zunächst einmal unverzinst. Das heißt: Je höher der Zins ist, desto unattraktiver erscheint zunächst die Anlage in Gold.
Die 15 Prozent waren schön. Wir stehen jetzt wieder bei ungefähr 4.600, plus/minus, je nachdem, wann man darauf schaut. Das war schon wieder ein kleines Comeback.
Aber Gold soll ja eher nicht der Renditebringer, sondern der Stabilitätsfaktor sein. Diese Funktion erfüllt es weiterhin. Was wir in den zwei Jahren zuvor bei der Entwicklung gesehen haben, war auch eher untypisch.
Blick auf die letzten Monate des Jahres
11:05 – Janine:Dann schauen wir einmal, wie die letzten vier Monate des Jahres ins Land gehen. Ich hatte eben mit unserem Kollegen gesprochen und er sagte: In vier Monaten ist Weihnachten schon vorbei.
Thomas:Ich habe meinen Wunschzettel schon geschrieben.
Janine:Hast du ihn auch abgeschickt?
Thomas:Natürlich.
Janine:Sehr gut. Ich drücke dir die Daumen, dass davon viel in Erfüllung geht.
Thomas:Ich würde mir wünschen, dass es auf den guten Niveaus bleibt, die wir bisher für unsere Kunden eingesammelt haben, dass nicht zu viele böse Überraschungen kommen und wir positiv ins Jahresende starten können.
Vielleicht können wir auch noch einmal eine schöne Jahresendrallye mitnehmen. Darüber wird jedes Jahr aufs Neue heiß diskutiert: Bekommen wir sie oder bekommen wir sie nicht?
Janine:Würde ich sofort so nehmen.
Damit können wir unseren heutigen Austausch vielleicht auch abschließen. Nehmen wir die positive Stimmung mit in die nächsten Monate und hoffen, dass es weiter aufwärtsgeht.
Im nächsten Monat können wir wahrscheinlich auch den Blick in Richtung Midtermwahlen werfen. Da wird es sicherlich noch einmal spannend, wie die Märkte darauf reagieren und sich langsam auf das vorbereiten, was im November kommt.
In diesem Sinne: einen guten Start zurück.
Thomas:Danke.
Janine:Und ich verabschiede mich quasi in den Urlaub. Bis dahin.
Thomas:Tschüss.
Outro und Hinweis
Das war „Finanz gefragt“, der Podcast von Mademann und Kollegen.
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Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
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